Zeitreisen 3 – Dimensionen

dimensionenVorwärts, rückwärts, schnell, langsam, die Zeit reißt uns im Normalfall einfach mit gnadenlosem Takt mit sich. Der Traum aus dieser endlosen Linie die sich immer gleich in eine Richtung erstreckt, wird von der Menschheit schon seit langer Zeit geträumt. Selten befassen sich Physiker, Philosophen und Esoteriker so einträchtig mit einem Thema: Zeit. Laut Stephen Hawking haben sich von den 11 vorhandenen Dimensionen nur vier entfaltet: vorne, hinten, oben, unten, links, rechts, Zeit. Mal eine ketzerische Frage: Wenn die Zeit die vierte Dimension ist, warum gehen wir dann davon aus, dass es nur nach vorn oder nach hinten gehen kann? Warum nicht auch nach links oder rechts? Nach oben oder unten? Eine Zeitreise nach schräg links oben vorn hört sich fast noch interessanter an als die im ersten Kapitel angesprochene Reise um, nur mal hypothetisch, seinen eigenen Großvater vor der Zeugung des restlichen Stamms zu killen.

Wenn Dimensionen aufeinanderprallen

Mal ein Gedankenspiel um unsere eigene Begrenztheit in Sachen Dimensionen zu verdeutlichen: Man stelle sich vor, es gäbe eine zweidimensionale Welt. Links, rechts, vorne, hinten. Mehr gibt’s nicht. Oben und unten sind völlig unbekannte Faktoren. Die Wesen auf dieser Welt kennen sich zwar bestens mit allem aus was sich in den bekannten Dimensionen abspielt, würden aber Dinge die einen Zentimeter über ihnen passieren, überhaupt nicht wahrnehmen. Könnten sie gar nicht. Auf dieser Welt landet eines schönen Tages ein Raumschiff aus einer anderen Welt. Das Schiff ist viele Kilometer groß und hat die Form einer absolut ebenmäßigen Kugel. Was wird die zweidimensionale Welt von diesem Raumschiff begreifen? Nein, keinen Kreis, das Raumschiff fliegt ja nicht durch die Welt hindurch, es landet ja nur.
Antwort: Einen Punkt. Auf exakt einem mathematischen Punkt setzt eine perfekte Kugel auf einer Fläche auf. Oder anders gesagt: Die 2D-Wesen würden so ziemlich gar nichts von der Landung mitbekommen, denn ein Punkt hat keine sichtbare Fläche, ein Punkt ist einfach nur ein Punkt; an sich nur eine mathematische Größe. Nichts was man sehen kann. Die Wesen würden also entweder von dem ganzen Alien-Besuch überhaupt nichts mitbekommen, oder erführen vielleicht ein Ding, das sich für sie kaum fassbar nur in einem Punkt konkret erfahrbar äußert. Eben genau so, wie wir die Zeit erleben. In genau einem Punkt.

Dieses Video stellt das Zusammenspiel der verschiedenen Dimensionen sehr eindrucksvoll dar:

Die Zeit kann nicht eindimensional sein

Für uns stellt sich die Zeit als eine eindimensionale Linie dar, die sich hinter uns bereits abgerollt hat und vor uns noch unvorhersehbar in die Zukunft schlängelt. Das ist ein Erfahrungswert, alles hat Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Diese Linie der Zeit bleibt aber nebulös, weil wir nur einen einzigen Punkt davon tatsächlich erleben können: Das „Jetzt“. Alles spielt sich im „Jetzt“ ab. Was eben noch passiert ist, kann nur noch aus Gedächtnissen und Dokumenten rekonstruiert werden, aber vorbei ist vorbei. Was sein wird ist im günstigsten Fall Spekulation, alles Weitere kann nur die Zeit selbst weisen. Die Gegenwart besitzt keine Ausdehnung, ihr steht kein Raum zur Verfügung. Die Gegenwart ist ebenfalls nur genau ein mathematischer Punkt. Wenn ich „Jetzt“ sage, sind die beiden „t“ zum Zeitpunkt des „J“ noch Zukunft und das „J“ in dem Moment schon Vergangenheit, in dem eines der „t“s ausgesprochen wird. Was also wenn dieses monströse Raumschiff schon lange gelandet ist? Nur eben nicht als dreidimensionale Kugel auf der zweidimensionalen Welt, sondern eben als mehrdimensionales Ding in unserer dreidimensionalen Welt? Wir sind, was die Zeit angeht, wie Hamster im Laufrad. Es geht immer nur in eine Richtung, egal wie sehr wir uns anstrengen. Die subjektive Geschwindigkeit ändert sich zwar ab und an aber die messbaren Einheiten ticken mit einem gnadenlosen Takt immer gleich bis in alle Ewigkeit. Obwohl der Hamster den Ausgang aus dem Laufrad nicht kennt, einfach weil der die Mechanik gar nicht begreifen kann, ist das Wissen um die Relativität der Zeit wichtig. Denn der selbst empfundene Takt der Zeit ist für uns so oder so viel konkreter als der objektive Takt der DCF77 aus Braunschweig. Die Stunden die im Flug vergehen, und die Minuten die Stunden dauern, sind letztlich realer als die messbaren Sekunden auf allen Uhren dieser Welt. Wahrscheinlich können wir auch nur so einen intuitiven Zugang zur Dimension Zeit erlangen, denn die tatsächlich errechenbaren Relativitäten begreifen sowieso nur die Hawkins’ und Einsteins dieser Welt.

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Zeitreisen 1 – Das Großvater Paradoxon

Zeitreisen 2 – Gefrorene Zeit

Zeitreisen 3 – Dimensionen

Zeitreisen 4 – Raumzeit

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